100 Prozent

Posted on 13.11.2017


„Endlich werden die Bedingungen wieder normaler ohne die Dauerkaskaden an Deck“ schreibt Boris von Bord der Malizia. Die vorherigen Renntage sind zunächst von heftigen Winden mit Böen bis 50 Knoten und teilweise 4-5 m Welle geprägt – anschließend von Leichtwinden. Das Segeln ist hart, die Bedingungen rau. Vorbei an den Azoren und den Kanarischen Inseln ist die Malizia auf der Hatz nach Brasilien, Salvador.

Die extrem harten Bedingungen hinterlassen Spuren auf der Malizia: Die Elektronik der Windanlage funktioniert nicht mehr, im Code 0 Segel ist ein Riss. „Bei den rauen Bedingungen ist an eine Reparatur oder eine improvisierte Windanlage nicht zu denken. Es geht eher darum wie man sich draußen festhält.“ , berichtet Boris. Thomas und er geben ihr Bestes und segeln „per Hand“ – nicht einfach bei den unsteten Winden. Die Konkurrenz ist hart, holt auf und es entsteht ein enger Kampf um die Plätze 5-8. Boris und Thomas geben 100 Prozent. Sie sind im Rennmodus- fokussieren, nach vorne schauen, positiv bleiben, alles geben ohne dabei seine körperliche Verfassung zu gefährden. Genügend Essen und auch auf ein wenig Schlaf achten – das ist wichtig.
Die Tage verlangen dem Team viel ab. Sie zeigen absolute physische und mentale Stärke und geben stets positive Rückmeldung von der Malizia.

Den ersten abflauenden Wind nutzen die Beiden, um in den Mast zu klettern. Das Problem liegt bei den Kabeln im Mast. Boris wird erfinderisch und baut aus den Litzen eines drei Meter langen Internetkabels ein elf Meter langes Kabel. Es funktioniert – endlich wieder Winddaten!
Die Konstruktion ist provisorisch am Heckkorb mit einer langen Goprostange befestigt.
So können wieder Referenzwerte empfangen werden, um sich zusätzlich zu orientieren. Bei den kommenden Leichtwinden erweist sich die neue Windanlage als sehr nützlich.
Auch das Code 0 Segel wird repariert und in einer Flaute wieder aufgerollt.

In den Nächten erscheinen immer mal wieder die Lichter der anderen Imocas. Generali und Inititiatives Coeur sind in wechselnder Formation mit dem Auge zu erfassen.
Absolute Dunkelheit und ein funkelnder Sternenhimmel in der Nacht versöhnen in den kurzen Momenten der Stille für die Strapazen. Vielleicht wagt der eine oder andere Skipper einen ersten sehnsuchtsvollen Gedanken an brasilianische Palmen und einen Caipirinha…

Die innertropische Konvergenzzone , die „Pot au Noir“ nördlich und südlich des Äquators verlangt den Imocas viel ab. Leichte Winde und Flauten… Nördlich des Äquators sorgt das Azorenhoch für Wind, der im Uhrzeigersinn rum das Hochdruckzentrum weht, im südlichen Atlantik bestimmt das St. Helena Hoch den Wind, der aber auf der südlichen Halbkugel gegen den Uhrzeigersinn um das Zentrum rotiert. Die starke Sonneneinstrahlung im Bereich des Äquators ist verantwortlich für die unsteten leichten Winde. Die enorme Enegiezufuhr sorgt dafür, dass sich eine langezogene Tiefdruckrinne bildet, in deren Bereich die erwärmte Luft aufsteigt und sich so über der Wasseroberfläche ein Hitzetief mit entsprechend niedrigen Luftdruck ausbildet.

Malizia kämpft sich innerhalb von 24 h zurück- Platz fünf! Back in the game!
Der erste duftende Kaffee mit Blick auf den Tracker dieser spannenden Kaffeeroute schmeckt so doch besonders gut! Oder?!

1 Comment

  1. Mann, Mann, Mann! Heftig! Und dann noch die Chance auf einen vorderen Pllatz. Meine Hochachtung bei all den Maleschen. Gruesse aus Sandkrug! Dein Fan Aloys

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