Unser erster Tag im großen Pazifik ist geschafft: 270 Seemeilen oder 500 Kilometer, ca. 100 Kilometer unter unserem Durchschnitt. Dennoch können wir zufrieden sein, denn acht Stunden lang hatten wir fast totale Flaute. Ich bin mir nicht sicher, ob die Flaute vom Windschatten der Nordinsel oder dem Tiefdruckgebiet nahe Christchurch ausging. Jedenfalls hatte “Mirabaud” die gleiche Flaute zu durchqueren und nach vorübergehenden Verlusten hat sich unser Abstand jetzt wieder auf 127 Seemeilen “normalisiert”. Zum letzten Update sind wir in unserer kleinen Gruppe schnellstes Schiff. Wir segeln mit einer schönen Briese bei angenehmer See unter Genua und Großsegel mit 15 bis 18 Knoten Speed.
Nächstes Ereignis: Passage der Datumslinie und dem Meridian auf 180 Grad Ost, bzw. West. Das wird gegen 23 Uhr (22. Feb.) passieren. Dahinter zählen wir dann wieder runter: 175 Grad West, 170 Grad West usw. Wir kommen danach bald der Position nahe, an der wir geographisch genau auf der anderen Erdseite von Hamburg stehen.
Wenn ihr morgen aufwacht, werden wir etwa 100 Seemeilen südlich der Chatham Islands stehen. Abgelegene Inseln haben etwas Mystisches, Geheimnisvolles. Man denkt an Schatzinseln an Entdeckung. Ein Buch beschäftigt sich mit dem Thema “The lost Islands”. Ich weiß nicht, ob es schon ins Deutsche übersetzt ist. Wenn ich keinen Vendee Globe-Sponsor finde, werde ich das anpacken. Dieses Buch behandelt alle abgelegenen, geheimnisvollen Inseln und nährt das Fernweh des zu Hause sitzenden Abenteurers. Chatham Islands kommen darin
natürlich auch vor.
Ich kenne allerding meine eigene kleine Legende zu diesen Inseln: Josh Hall, der Renndirektor unseres Portimão Global Ocean Race, meinem Rennen um die Welt vor zwei Jahren, ist im Around Alone-Rennen 1997 der Mast seines Open60 ”Gartmore Investment Managers” gebrochen. Er konnte zu den Chatham Islands ablaufen und musste dort zwei Wochen auf einen Schlepp nach Wellington warten, von wo sein Schiff per Frachter nach Hause fuhr. Die zwei Wochen auf den Chatham Islands hat er mit den Locals verbracht: Überwiegend japanische Tunafischer, die tonnenweise Geld mit dem Tuna scheffeln. Sie besitzen allesamt Harleys und treffen sich mit den Motorrädern jeden Sonntag zum Show-off auf dem einzigen asphaltierten Straßenkilometer, den die Inseln vorzuweisen haben. Josh hat mir die Szene ausschweifend erzählt. Wir hatten uns zufällig in Wellington in einem Seekartenladen getroffen. Ich war dabei, die Reservekarten für Nothäfen unserer bevorstehenden Pazifiketappe auszuwählen. Josh hat mir dabei gut helfen können und zu allen potentiellen Nothäfen eine skurrile Geschichte erzählt.
Ziemlich bald nach den Chatham Islands steht uns eine neue Herausforderung bevor: Ein tropischer Wirbelsturm, der sich momentan östlich von Fidschi entwickelt und auf unsere Routenlinie zuhält. Bis 90 Knoten Wind (ab 64 Knoten = Windstärke 12!) sind nahe des Zentrums dieses Zyklons vorhergesagt, sprich 180 Stundenkilometer (Hurrican). Dem müssen wir natürlich ausweichen und daher genau schauen, wo sich das Ding lang bewegen könnte.
Sorgen werden vertrieben, wenn man achteraus schaut. Gelassen und elegant wie nie zuvor schwingen sich zwei Albatrosse in unserem Kielwasser mühelos auf und ab, ohne dabei die Flügel zu bewegen.
Liebe Gruesse, Boris
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Zwei Tipps von Johannes:
Wer die iPhone-App aufs Handy geladen hat, aber sich wundert, dass das Ding nicht funktioniert: Einfach im Hauptmenü auf “Einstellungen” gehen, dort runterscrollen auf “BWR” und dort die Sprache von “Catalá” auf “Englisch” ändern. Dann sollte es gehen.
Da der Tracker von der BWR-Seite andauernt schlecht läuft, sich während der letzten Tage sogar nicht mehr zoomen ließ, bin ich jetzt auf den Tracker von Jean le Cam umgestiegen. Den könnt ihr HIER finden und bookmarken.
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Bahnbrechende News des Tages dürfte sein, dass “Hugo Boss” doch nicht – wie eigentlich erwartet – in Wellingston an die Pier fährt, um die losgerissene Mastrutscherschiene zu reparieren. Die Ritter wollen dran bleiben und nonstop weiterfahren.
“Estrella Damm” und “Groupe Bel” müssten gestern Abend auch abgelegt haben. In diesem Moment, in dem ich hier schreibe, zeigen die Tracker jedoch noch “0 Knoten” Geschwindigkeit an.
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YACHT-tv hat einen neuen Beitrag zum Stand des Rennens veröffentlicht. Einfach den Screenshot anklicken:
Hier seht ihr den Besuch des Schlauchbootes im Ganzen:
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Zwischenstand beim Barcelona World Race am Dienstag (23. Feb, 01.00 Uhr):
1. Virbac-Paprec 3: Jean-Pierre Dick / Loïck Peyron (beide Frankreich)
2. Mapfre: Iker Martínez / Xabi Fernández (beide Spanien) 51 Seemeilen zurück
3. Renault: Pachi Rivero / Antonio Piris (beide Spanien) 738
4. Neutrogena: Boris Herrmann / Ryan Breymaier (Deutschland/USA) 914
5. Mirabaud: Dominique Wavre / Michèle Paret (Schweiz/Frankreich) 1.025
6. Estrella Damm: Alex Pella / Pepe Ribes (beide Spanien) 1.135
7. Groupe Bel: Kito De Pavant / Sébastien Audigane (beide Frankreich) 1.135
8. Hugo Boss: Wouter Verbraak / Andrew Meiklejohn (Die Niederlande/Neuseeland) 1.252
9. GAES: Dee Caffari / Anna Corbella (Großbritannien/Frankreich) 1.349
10. Fòrum Marítim Català: Gerard Marín / Ludovic Aglaor (Spanien/Frankreich) 2.895
11. Central Lechera Asturiana: Juan Merediz / Fran Palacio (beide Spanien) 3.181
12. We are Water: Jaume Mumbrú (ESP) / Cali Sanmartí (beide Spanien) 3.732
Président: Jean Le Cam / Bruno García (Frankreich/Spanien) aufgegeben mit Mastbruch
Foncia: Michel Desjoyeaux / François Gabart (beide Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch





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Moin Boris, Moin Ryan,
nun scheint ja Alles gut zu werden…. der ENDLICH geänderte Tracker auf der Barcelonaseite sollte doch ein gutes Zeichen sein, da sich nun Erinnerungen an das Portimao-Race auftun.
guten Flug mit dem “Sturmspinnacker” und nicht zuuuviel Wind…
liebe Grüße
Seezwerg lll
ps.
solltet ihr zu langsam sein, so wird also nix aus Harley-Fahren auf den Chathams… entsorge die Karre einfach…
Klasse … mit 24 ktn in den Pazifik …
Hallo Boris, hallo Ryan!
Herzlichen Glückwunsch, im Race-Tracker im Internet habt Ihr die Seite gewechselt, ihr seid jetzt von ganz rechts nach ganz links gehüpft!!
Ein sehr wichtiger Schritt!
Es macht nachwievor einen Riesenspass Euch zu begleiten, einen ganz grossen Dank auch an Johannes!!
Viele Grüße
Stefan
Hallo Boris, hallo Ryan
Danke für den Super-Bericht über die Passage der Cook Street und für die tollen Bilder. Macht weiter so und viel Glück. Bye, bye, holo.
Moin Johannes,
vielen Dank für deine Arbeit an der Datenfront!!!
Hallo Ihr lieben, welch ein Zusammentreffen. Gestern seid Ihr an Neuseeland vorbeigesegelt und abends wurde in den Nachrichten von dem verheerenden Erdbeben in Christchurch berichtet. So nah liegt das Gute und das Schlimme beieinander. Euch wünsche ich gegenfalls alles Gute für die Pazifik-Durchquerung möglichst ohne ins Auge des Hurrikans zu schauen und bin schon ganz gespannt auf weitere berichte. Viele Grüße von Land. Hartmut
Hallo Boris & Ryan!
Tolle Bilder & Videos von der Passage Cook Street. Nett & beeindruckend auch die Übergabe der Speicherkarten.
Möge der Hurricane weit weg von Euch vorbeiziehen und Ihr die richtigen Winde bekommen!
Go, Neutrogena, Go!
Salutatons,
Christiane
P.S. @ Johannes
Danke für den neuen tracker, ist echt besser!
Liebe Grüße,
Christiane
Jetzt habe ich so lange auf die Videos aus der Cook Strasse gewartet und bin momentan in einer Region im Süden Deutschlands, die quasi vom Internet ausgeschlossen ist, so dass ich nichts sehen kann
Ich glaube, die Harley Fahrer auf den Chatham Islands haben eine größere Bandbreite…dennoch drücke ich Euch weiterhin die Daumen für eine schnelle Pazifik Passage und eine noch schnellere “Heimreise”…das Podium wartet.
Moin Boris,
es macht Spass euch beim Race zu beobachten.
Das macht Ihr zur Zeit richtig gut.
Johannes: Vielen Dank für die Infos und dem neuen Tracker:-)
Gruß von der Nordsee
Moin Boris,
Maria und ich waren nun ja noch vor kurzem in Neuseeland, haben Nord- und auch die Südinsel besucht! Es ist ein unglaubliches Gefühl euch da jetzt segeln zu ‘sehen’ und gleichzeitig in Gedanken bei unseren Freunden in Christchurch zu sein! Drückt ihnen mal kurz den Daumen, ihr seid näher dran, vielleicht hilft das ja!
Wir tun das hier natürlich weiterhin
für Euch!
Liebe Grüsse
Jörg
Hi Johannes,
Vielen Dank für den klasse Tip mit der App! Jetzt geht es bei mir auch – endlich.
Boris und Ryan,
Ihr macht einen super Job. Es macht sehr viel Spaß “euer” Rennen zu Verfolgen. Wünsche euch weiterhin viel Erfolg und Gottes Segen.
Grüße,
Tobias
Gebt Gas, super performance, Halbzeit, von jetzt an gehts bergab, alles Gute und viel Glück auf dem Weg heim
Grüße
Thomas