Rekord im Indischen Ozean

Posted on 12.12.2015


Einer der wichtigen Rekorde der Jules Verne Trophy ist geknackt: Am Samstag, den 12. Dezember, hat die Crew der IDEC SPORT den Pazifik erreicht. Ihre Zeit für das Überqueren des Indischen Ozeans betrug 6 Tage, 23 Stunden und vier Minuten. Damit unterboten sie die aktuelle Bestzeit um etwas mehr als einen Tag! Am Donnerstag zuvor hatten Francis Joyon und seine Crew bereits den Streckenrekord zwischen Kap Agulhas und Kap Leeuwin pulverisiert. 

In 5  Tagen, 11 Stunden und 23 Minuten segelte die IDEC SPORT vom Kap Agulhas an der Spitze Südafrikas bis zum Kap Leeuwin in Südwestaustralien. Am Samstag schließlich passierte die Crew um 10.21 Uhr UTC den Längengrad von Tasmanien in einer Bestzeit, die zurzeit vom World Speeed Sailing Council (WSSRC) ratifiziert wird.

Um mehr als einen Tag unterbot die Crew der IDEC SPORT die von Konkurrent Spindrift weniger als zwei Stunden zuvor aufgestellte Bestmarke. Yann Guichard und Dona Bertarelli hatten die Strecke in 8 Tagen, 4 Stunden und 35 Minuten zurückgelegt.

Indischer Ozean in weniger als 7 Tagen

Steuern bei 35 Knoten Speed

IDEC SPORT: Steuern bei 35 Knoten Speed

IDEC SPORT hat nicht nur als erstes Boot die Strecke zwischen Südafrika und Australien in weniger als sechs Tagen zurückgelegt; sie ist auch das erste Boot, das in weniger als sieben Tagen den gesamten Indischen Ozean überquert hat.

Diese beeindruckenden Zahlen sind das Ergebnis der konsequenten, wenn auch riskanten Route, die das Team gewählt hat: Extrem weit südlich, teils im Bereich von 54 Grad Süd. Wie mit einem Lineal gezogen sieht die eisige, schnelle Südroute in der Rückschau auf dem Tracker aus. “Wir kommen mit über 40 Knoten voran”, sagte Francis Joyon am Morgen des 12. Dezember; “das motiviert uns sehr. Wir haben ein großartiges Boot und sind eine fantastisch funktionierende Crew.”

Nächste Herausforderung Pazifik

Unter vollem Groß und J2 rasen die Männer auf der IDEC SPORT weiter voran. Bernard Stamm sagte: “Wir könnten noch ein anderes Segel zusätzlich setzen, doch noch haben wir einen guten Windwinkel, um raumschots zu segeln.”  Ein Blick auf die Zahlen gibt Bernard Stamm recht: Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 35 Knoten, mit Spitzen bis 40 Knoten. Da sind Etmale von 800 Seemeilen pro Tag kein Problem.

Doch Francis Joyon dämpft die Erwartungen: “Der Pazifik wird nicht einfach. In einigen Tagen wird eine Wetteränderung erwartet, die uns zwingen könnte, entweder großräumig nördlich oder südlich auszuweichen.”

Alle Aufmerksamkeit gilt jetzt dem Kap Horn am anderen Ende des Pazifiks. Wird es der Crew gelingen, in zehn Tagen, also am 31. Tag ihres Rekordversuches, dort zu sein? Das gilt es abzuwarten. Mit dem Indischen Ozean-Rekord hat die Crew schon eine bemerkenswerte Leistung gezeigt. Francis Joyon: “Gleichauf mit der Zeit von Loick Peyron in den Pazifik zu starten – das haben wir uns natürlich gewünscht, es aber beim Start nicht unbedingt für möglich gehalten.”

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