Langsam nimmt der Wind ab. Es wird immer wärmer, die See ruhiger und flacher. Was erst nur eine Wolkenbank war, entpuppt sich nach und nach als Bergkette mit Wolken. Zum ersten Mal seit dem Südatlantik, seit einem Monat, sehen wir Land. Zum ersten Mal seit einem Monat ist es warm genug, um sich mit Seewasser abzuduschen. Wir nutzen den ruhigen Moment und ziehen Ryan für einen Riggcheck in den Mast und ich tauche zur Inspektion zum Kiel. Keine Probleme. Wir sind bereit für die Passage der Cookstrasse. Es dämmert, in leichtem Wind geht es in die Nacht. Ich sehe Leuchtfeuer, AIS Signale am Computer, wir hören den Wetterbericht im Küstenfunk auf UKW. Wir sind eindeutig in Landnähe. Was für ein aufregendes Gefühl. Ich rufe meine Neuseeländische Gastfamilie aus Portimão Race Zeiten an. Mit mehreren Halsen mogeln wir uns unter einem atemberaubenden Sternhimmel bei Vollmond über die Spiegelglatte See. So glatte See hatten wir seit Gibraltar nicht mehr.
Mit dem Morgengrauen nimmt der Wind schnell zu und wir sind beide in höchster Aufrregung. Wir steuern unter großem Spinnaker mt maximaler Geschwindigkeit zwischen lauter kleinen Felsen und Inselchen hindurch. Böen und Kabbelwellen wollen uns aus dem Kurs werfen. Im Dunkeln sieht man zum glück nicht genau, wie dicht wir an einigen Steinen vorbeirauschen. Ich erkenne die Landschaft um Wellington herum wieder. Genau wie vor zwei Jahren geht mit Ankunft vor der Stadt die Sonne auf. Wir segeln 25 Knoten, steuern konzentriert. Wir fragen uns, wie die Medialeute uns bei dem Speed mit einem Schlauchboot folgen wollen, doch da kommen sie schon mit einem 15 Meter Monsterschlauchboot. Ein Helikopter wummert uns entgegen und begleitet uns eine Stunde lang bei einem der herrrlichsten Sonnenaufgaenge überhaupt. Als der Helikopter schließlich wieder weg ist, liegt Neuseeeland hinter uns unter Wolken und wir sind todmüde. Ein irrsinniger Schwell setzt ein, wir beginnnen in Wellentäler zu krachen und müssen den Spinnaker einholen, um das Material zu schonen. Voilá, da sind wir nun: Wieder geht es auf in die graue Kälte, die ersten Albatrosse umkreisen uns. Auf in die konfuse Dünung, auf in den Pazifik und nach Kap Hoorn! Ein leiser Traum: 15 Tage bis zum Kap. Im Indischen Ozean haben wir fast 14 Knoten Durchschnitt ersegelt, das müsste eigentlich wieder klappen. Also auf in den letzten grossen Satz dieser Südmeergeschichte. Bleibt dabei, verfolgt uns und segelt online mit!
Euer Boris
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Boris und Ryan haben die Cookstraße passiert und liegen nun an vierter Stelle. Die letzte Trackermeldung positionierte die beiden nur 95 Meilen hinter “Renault”. “Estrella Damm” und “Groupe Bel” liegen im Hafen von Wellington und dürfen erst nach Ablauf von 48 Stunden, also morgen Abend um 20.13 Uhr und 20.14 Uhr unserer Zeit, die Verfolgung aufnehmen. Es sollte also möglich sein, dass “Neutrogena” bis dahin einen kleinen Vorsprung ausbaut. Den gilt es dann nur noch bis ins Ziel zu halten!
In der Rubrik “Fotos” findet ihr alle verfügbaren Aufnahmen von der Durchfahrt der Cookstraße. Ausserdem in der frisch von Thorsten zugeschnittenen Slideshow. Faszinierende Bilder, die mich an die Fotos von Wilfried Erdmann erinnern, als er im Jahr 2001 auf seiner “Kathena Nui” beim Kurs nonstop und gegen den Wind um die Welt südlich von Neuseeland abgelichtet wurde. Solche Bilder – das Schiff im Ganzen, dazu die beiden Segler an Deck – faszinieren. Nicht nur, weil es mal andere Fotos sind, als die üblichen Decksaufnahmen. Schräg von hinten, mit dem gigantischen Ozean drumherum, der aufgehenden Sonne am Horizont – auf solchen Fotos erkennt man erst, wie groß und gigantisch doch die Welt ist, wie klein so ein 18 Meter langes Boot. Vor allem sind sie eine Momentaufnahme des Lebens an Bord; ein Schnappschuss, während die beiden an den Inseln vorbei segeln. “Neutrogena” ist nun seit 52 Tagen nonstop unterwegs und wird meist am Limit gesegelt. Ich weiß gar nicht, ob wir uns das so richtig vorstellen können, was das bedeutet.
Eine beeindruckende Logistik war nötig, um das Schiff rechtzeitig an der Cookstrait abzupassen, Fotos zu schießen und Videos zu drehen. Ein Helikopter allein war nicht ausreichend – ein flaches RIB musste außerdem rechtzeitig bereitliegen, um eine Speicherkarte mit Videos und Fotos zu übernehmen. Das ging alles in Windeseile – und dann waren sie auch schon wieder weg, draußen auf dem Pazifik.
(Johannes)
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Zwischenstand beim Barcelona World Race am Dienstag (22. Feb, 01.00 Uhr):
1. Virbac-Paprec 3: Jean-Pierre Dick / Loïck Peyron (beide Frankreich)
2. Mapfre: Iker Martínez / Xabi Fernández (beide Spanien) 86 Seemeilen zurück
3. Renault: Pachi Rivero / Antonio Piris (beide Spanien) 735
4. Neutrogena: Boris Herrmann / Ryan Breymaier (Deutschland/USA) 830
5. Estrella Damm: Alex Pella / Pepe Ribes (beide Spanien) 835
6. Groupe Bel: Kito De Pavant / Sébastien Audigane (beide Frankreich) 835
7. Mirabaud: Dominique Wavre / Michèle Paret (Schweiz/Frankreich) 910
8. Hugo Boss: Wouter Verbraak / Andrew Meiklejohn (Die Niederlande/Neuseeland) 1.218
9. GAES: Dee Caffari / Anna Corbella (Großbritannien/Frankreich) 1.408
10. Fòrum Marítim Català: Gerard Marín / Ludovic Aglaor (Spanien/Frankreich) 2.928
11. Central Lechera Asturiana: Juan Merediz / Fran Palacio (beide Spanien) 3.271
12. We are Water: Jaume Mumbrú (ESP) / Cali Sanmartí (beide Spanien) 3.693
Président: Jean Le Cam / Bruno García (Frankreich/Spanien) aufgegeben mit Mastbruch
Foncia: Michel Desjoyeaux / François Gabart (beide Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch
Videokonferenz heute Mittag, vor Ankunft in der Cookstraße:





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Auf solche Bilder habe ich mich schon die ganze Woche gefreut !!! Und das Beste ist, dass Ihr auf einem verdammt guten Weg zum Podium seid. Ist zwar noch etwas früh zum feiern, aber ich glaube fest an Euch !!! Und damit der Weg zum letzten Kap nicht zu langweilig wird, habe ich noch einen kleinen Film gemacht.
@Johannes: Wie gerne würde ich mich mich auf “Gipsy Girl” schleichen und ab nach Wellington segeln – Fernweh…
Hallo Neutrogena-Crew,
seit einer Woche folge ich Eurer Reise und bin begeistert ! Danke für die tollen Berichte, die wunderschönen Bilder und Euren Einsatz – FAIR WINDS WEITERHIN UND PASST GUT AUF EUCH AUF!
Liebe Grüsse aus Österreich,
Marie
Man Jungs, gestern noch über 100 jetzt nur 90 Meilen hinterm Dritten! Was habt ihr vor? War bestimmt hart so dicht an Wellington vorbei ohne anzuhalten! Hoffe der Wind bleibt Euch gewogen! Grüßt die Albatrosse!
So, sightseeing ist beendet. Ab jetzt darf wieder gesegelt werden.
Wenn ihr das nächstemal was grünes seht, steht hoffentlich RENAULT dran!
Rasmus, altes Rübenschwein, schenck den beiden guten Wind – den andern kein.
hey boris und ryan,
go on like this ! great job….really cool to see the message yesterday that you don’t stop…go on, wish you the best winds and smooth waves to sail quickly to cape horn…
servus, yo
Phantastisch bei Euch “online” mitzusegeln und das
bei einer Tasse Frühstücks-Kaffee. Daß baut auf. Ich drücke Euch weiterhin fest die Daumen. Auch
für den großen Akt: Die Umrundung vom Kap Horn. Daß wird spannend. Viele Grüße Hartmut
hey Boris, hey Ryan,
ist schon ne richtiger Sack voll Emotionen der hier an meinen PC geschwappt ist. Die Vidoereportage mit Boris und dann die Bilder und Berichte von Eurer Passage durch die Cookstrait.
Und klasse wie Du gestern bei der Videoreportage gesagt hast: Ihr seid zu einer Regatta Non-stop-around-the-world gestartet und werdet daher nicht in Wellington stoppen (wenn´s auch sicher sehr verlockend war). Drück euch ganz doll die Daumen und passt auf Euch auf!
Birgit
Neuseeland so weit weg und auf einmal doch so nah! Leider nicht nur durch Euch sondern auch durch das schreckliche Erdbeben in Christchurch! Hoffe Ihr kommt gut nach Hause!
Gruß Heinz
Lads,
great job and truly the right spirit. Non-Stop is only truly Non-Stop when you press on. And you are doing really well. Also, seht zu das Ihr jetzt die Renault schnappt. Reichlich Wind schicke ich aus dem eisigen Stockholm. Bin sehr gespannt auf Kap Hoorn! Be save,
Daniel
Dear Boris, Dear Ryan,
these are haunting reports, pictures and videos. You have worked so hard to get the chance to sail Neutrogena, to prepare you and the boat for the race and off course you have been sailing tough, clever but also cautious over the past seven weeks. This dreamlike passage through cookstrait and the conquest of fourth place is the deserved reward for your passion and performance! Your decision to resist the temptation of a stop-over in Wellington gives additional evidence of your mental strength and team spirit. this is the courages spirit of winners!. Now all of your virtual companions keep fingers crossed for your Pacific passage and the “short homerun” through the Atlantic. What an adventure – what a performance and what a success! All the best for you and stay carful!!
D
Gratuliere! Zur seglerischen Leistung, und danke für die Freudenwelle, die jedesmal aus meinem Laptop herausschwappt, wenn ich Eure Berichte anklicke.
Danke auch an den überragenden news-service. Johannes, du bist der Dritte Mann!
Ono
Ps: Hier in München hat’s heute Schnee und minus vier, da schau ich mir Eure Fotos noch lieber an…
Hey Jungs,
4x Congratualation:
1st. One: sich aus dem Job ausgeklingt zu haben und den Traum vom Segeln zu leben.
2nd. One: sich zu solch großartigen Persönlichkeiten und Sympathieträgern entwickelt zu haben!
3rd. One: Das Segeln spannend nach good old Germany hinüberzubringen.
4th. One: für das bisher großartig gesegelte Race!
Macht weiter so und inhaliert die Momente, trotz Race-Adrenalin. Sie werden Euch ein Leben lang noch begleiten und motivieren.
Macht weiter so, ich verfolge Euch online
Jürgen (selber Vater von 4 Kindern (eine Sohn davon in Eurem Alter)
Jeden Tag bereitet Ihr uns große Freude!
Weil Ihr das macht wie Ihr das macht! -Unaufgeregt, engagiert, ehrlich, gemeinsam, humorvoll und aufopfernd.
Holt mal vor Ort den beidseitigen Schulterklopfer raus. ;o)
Egal, was noch passiert, hier sind alle stolz auf Euch!
Herzlicher Gruß
Claudia & Volker
hey- ihr seid phantastisch. klasse leistung. und jetzt gibts nicht nur nach dem lesen euerer berichte gänsehaut sondern auch schon bei den kommentaren. ich stimme den anderen zu, die ‘non-stop-nummer’ zeigt, wie ihr wirklich tickt. da kann man nur den hut ziehen. macht weiter so mit berichten, fotos und videos… grüße aus stuttgart, dome
Moin! Moin! Kann meinem “Vorredner” nur zustimmen, ich lese auch gerne die Kommentare, sie bringen Spass, Freude & Gänsehaut
Und Ihr zwei sowieso, Chapeau!
Christiane
Boris, alter Albatrosjäger! Nonstop ist Nonstop, hätte auch nix anderes erwartet – und würde irgendein Ausrüstungsgegenstand von Bedeutung schlapp machen, ihr würdet die schöne Neutrogena per Seil durch den Ozean ziehen – Nonstop ist Nonstop!
Großartig!
Und nun der “Kap-Hoorn-Countdown”. Etwas viel größeres kann es ja kaum geben. Hältst du wieder ein selbstbemaltes Pappschild in die Kamera so wie beim letzten Mal während des PGOR?!? Das war der Hammer, ich erinnere mich noch sehr gut an unseren Podcast vor Kap Hoorn, wo all die Historie, all der Schrecken, aber auch all die Faszinationen dieses mystischen und doch so realen Ortes mitschwangen. Füll das Whiskyglas und gönne dem Meer seinen Schluck! Winke den Albatrossen und den Seelen der Seeleute! Meistere Kap Hoorn – lebe das Offshore-Segeln, lebe den Mythos! Viele Grüße auch unbekannterweise an Ryan, bei allem, was wir zu lesen bekommen, türmt sich in mir der Gedanke zur Gewissheit auf, dass ihr beiden ähnlich wie du seinerzeit mit Felix auch ein eingeschweißtes Dream Team seid, wo jeder Handgriff sitzt und auch ohne die Möglichkeit, in Ruhe viele Worte zu wechseln, untereinander das Verständnis groß ist! So muss es sein und ich wünsche euch, dass es so weiter geht. Weiter rund Kap Hoorn!!! Alles Gute und vor allem: Viel Vergnügen!!!
Sonnige Grüße aus Bremen, Timo
haut rein Jungs … der Weg ist noch lang …
Männer,
ich freu mich so sehr, dass es Euch gut geht. Ihr macht das großartig. Und vielleicht sind die “Superrennziegen” wirklich etwas zu sehr auf Kante gebaut. 25.000 Meilen full speed muss ein Boot erstmal durchhalten.
Ich hab meinen Monsterauftrag jedenfalls fertig – Ihr ja erst Halbzeit – und deswegen werd ich jetzt eine Woche an meinem Katamaran bauen und Euch dabei gute Winde wünschen.
Bleibt cool.
Jens
nonstop ist nonstop, that´s all you have to say…