Die Logge klickt die Meilen runter, der Südatlantik zeigt sich von seiner besten Seite. Längst sind die Stürme des Southern Oceans und alle Widrigkeiten in den Hintergrund gerückt, bei perfekten Raumwindbedingungen jagen die Schiffe gen Norden. “Wir versuchen viel Schlaf zu finden”, erklärt Ryan in der Videokonferenz von gestern, schwenkt die Kamera kurz auf die gemeinsame Koje, aus der Boris’ Füße gucken. “Die Ziellinie kommt mit jedem Tag weiter”, erklärt Ryan weiter, “Ich kann sie ehrlich gesagt auch kaum mehr erwarten. Ich freue mich wirklich über die Wetterverhältnisse, die im Moment hier herrschen. Sie werden uns sehr dabei helfen, den Südatlantik schnell zu durchpflügen. Wir kosten diese Zeit sehr aus, Momente des Glücks. Sie sind wie der Zuckerguss auf dem Kuchen. Ich hoffe, dass uns der Nordatlantik dann genauso gut behandelt.”
“Virbac Paprec 3″ ist in der Zwischenzeit auf Höhe des Äquators gehörig eingebremst worden. Zuletzt meldeten sie drei Knoten Speed, während “Mapfre” langsam von hinten immer näher heran rückt. Auch “Estrella Damm” konnte in den vergangenen 24 Stunden etwa 20 Meilen auf “Neutrogena” gut machen. In den letzten Stunden waren sie sogar das schnellste Boot. Ryan erzählt in der Videokonferenz, dass sie einen kurzen Videochat mit Alex Pella von “Estrella Damm” hatten: “Es war wirklich schön, ihn zu sehen. Auch wenn man auf dem Schirm nicht viel erkennt, aber das Lächeln, die Gesichtsausdrücke, die Daumen-hoch-Zeichen – das reicht. Es zeigt, dass wir zwar Gegner sind, aber auch zugleich Freunde.”
Während auch “Gaes” gut unterwegs ist und “Mirabaud” unter Notrigg langsame, aber stetige Fortschritte zur südamerikanischen Küste macht, hat “Hugo Boss” gestern verkündet, dass sie aus ihrem 48-Stunden-Ankerstopp doch einen offiziellen, technischen Stopp machen werden. Offenbar gibt es größeren Bedarf an Reparaturen. Die Shore-Crew sitzt bereits im Flieger zu den Falklands.
Für die kommenden Tage sind anhaltend gute Raumwindverhältnisse für “Estrella Damm” und “Neutrogena” vorhergesagt.
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Boris hat gestern wieder einen neuen Blogeintrag auf yacht.de veröffentlicht:
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Videokonferenz mit Ryan am 16. März:
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Zwischenstand beim Barcelona World Race am Donnerstag (17. März, 0.10 Uhr):
1. Virbac-Paprec 3: Jean-Pierre Dick / Loïck Peyron (beide Frankreich) noch 3.305 Seemeilen
2. Mapfre: Iker Martínez / Xabi Fernández (beide Spanien) 308 Seemeilen zurück
3. Renault: Pachi Rivero / Antonio Piris (beide Spanien) 1.235
4. Neutrogena: Boris Herrmann / Ryan Breymaier (Deutschland/USA) 1.470
5. Estrella Damm: Alex Pella / Pepe Ribes (beide Spanien) 1.548
6. GAES: Dee Caffari / Anna Corbella (Großbritannien/Spanien) 2.217
7. Mirabaud: Dominique Wavre / Michèle Paret (Schweiz/Frankreich) nach Mastbruch 2.680
8. Hugo Boss: Wouter Verbraak / Andrew Meiklejohn (Die Niederlande/Neuseeland) 3.162
9. Fòrum Marítim Català: Gerard Marín / Ludovic Aglaor (Spanien/Frankreich) 4.524
10. We are Water: Jaume Mumbrú / Cali Sanmartí (beide Spanien) 6.426
11. Central Lechera Asturiana: Juan Merediz / Fran Palacio (beide Spanien) 8.245
Président: Jean Le Cam / Bruno García (Frankreich/Spanien) aufgegeben mit Mastbruch
Foncia: Michel Desjoyeaux / François Gabart (beide Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch
Groupe Bel: Kito De Pavant / Sébastien Audigane (beide Frankreich) aufgegeben mit Kielschaden




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Hi Boris & Ryan,
vielen Dank für Eure Berichte.
So langsam haben wir ja wieder die gleiche Tageszeit. Europa ist nicht mehr fern, also haltet Augen offen für eine gute Passage der Schwachwindzonen. Ich drücke alle Daumen, dass Ihr im spanischen Sandwich nicht den Anschluss verliert.
Beste Grüße aus der Nacht im niedersächsischen Helmstedt
Wolfram
Es ist beruhigend zu hören, das ihr auch mal eine Verschnaufpause einlegen könnt und das bei schöner See. Habe den Nordatlantik gebeten, Euch auch würdig zu geleiten. Neptun grüßt.
Hey Boris & Ryan!
Seit Anfang an verfolge ich Euer race über den Globus.
Es ist wirklich ein Wahnsinn. Euer täglicher Bericht ist jeden Tag meine erste Morgenlektüre. Nun habt Ihr es ja nicht mehr weit. Auf den letzten meilen drücke ich Euch ganz fest die Daumen.
Thorsten, Zell am See
Schön, dass Ihr Euch noch mal erholen könnt.
Haltet durch – hoffentlich reicht das Essen!
Lieber Boris,lieber Ryan,toll .daß Ihr an 4.Stelle seid-weiter so und erholt Euch gut,Kräfte sammeln ist wichtig!Grüße aus Wuppertal
Ulrike
Hallo Ihr Beiden! Gut zu hören, dass es auf See bei Euch auch mal ein wenig entspannter zugeht. Das könnt Ihr sicher gebrauchen. Viel Glück und Kraft für die weiteren Meilen wünsche ich Euch! Liebe Grüße von ULLA
hey boris + ryan,
das sind ja tolle nachrichten, ich gönn ich die ruhe und noch ein bisserl mehr wind…auf dass ihr weiter richtung barcelona fliegt. erholt euch gut, checkt die kiste gut durch und ich wünsch euch den allerbesten weg bis zu und durch die doldrums…
and ryan, your comment on the video yesterday is quite cool, thats really fair sportsmanship…it’s cool if they come closer to you to keep the race interesting, but in the end i wish you can finish at least some minutes before them…;-)
bei uns sagt man da: auf geht’s bursch’n, haut’s nei !
servus, yo
Erholt Euch gut, Ihr Beiden, und kommt gesund und fröhlich ins Ziel – in Gedanken segeln wir alle mit
As every day I have read how you are doing at the moment. Good that you have some time to relax and recover. Hoping that also the boat continues to stay in fairly good shape and that you can make it fast….
Hi Boris, hi Ryan,
es sei euch gegönnt, euch das gute Wetter und die Raumwindbedingungen fürs Boot! Die Wetterprognose sagt das ihr das noch min. einen Tag haben könnt.
Apropos Wetterprognose:
Schaut euch mal den Küstenstreifen von Salvado bis Recife in den langfristigen Modellen an. Lt. Prognose ist dort immer etwas mehr Wind als auf dem freien Meer. Könnte doch eine Option sein? Volles Risiko ohne Angst vor Brucht: Heute um 2000hUTC Kurs Brasilien, Vitoria zum dortigen Tief und weiter Raumschots bis auf die Höhe von Salvador…das war Mapfre und Virbac Pabrec 3 nicht gegönnt.
Sorry wenn ich hier so ein bischen rumspinne aber ich finde es besser hier taktische Optionen mit den Mitkommentatoren zu besprechen als sich die Köppe wegen Rechtschreibung oder Politik einzuhauen.
Also bitte, liebe Mitkommentatoren: Wie würdet ihr den Kurs für die Jungs setzen?
Markus
Hej Boris, hej Ryan,
good to know that you have time to enjoy the ride!
I am very much looking forward to your next moves. It’s all about tactics and predicting the weather systems. Especially the last for me is still a bit mysterious. Even if I had all the information you probably have, I would still be lost somehow.
I hope that with regard to the competition with Estrella Damm only tactics makes the difference not the technical difficulties your boat has suffered. And this might be the problem in the North Atlantic which most likely will welcome you with fair head winds. Wasn’t it that exactly this is what makes you slow down because of the keel problems? That means you need to widen the gap between you and Estrella Damm before reaching the Doldrums – tricky. I am sure you’re doing your very best!
When in the Doldrums, use the daily showers to do the washing and get your full dress ready for your arrival at Barcelona.
Best wishes,
Sebastian
Hallo Boris,
schön, daß Ihr endlich ein paar ruhigere Stunden, vielleicht sogar Tage verbringen könnt.
Seit Euren hydraulischen Reparaturversuchen, hoffe ich, wahrscheinl. wie alle virtuellen Mitsegler, daß diese ganze stark belastete Mechanik noch die letzten Wochen durchhält.
Jetzt meine laienhafte Frage : kann mann nicht den Kiel ganz banal mit einem Dyneematau über die Outrigger absichern, bzw. entlasten ? das durchs Wasser gezogene Tauwerk bremst sicher weniger als das zusätzliche aufrichtende Moment bringt.
Aus der Ferne, im tiefen Süden der Republik drück Euch die Daumen, daß alles gut geht !
Burkhardt
Hallo Boris, hello Ryan,
ist ist phantastisch, wie Ihr uns an eurer Reise teilhaben lasst. Ich habe es bisher erst einmal erlebt, was es heisst, bei 35-42 kn raumschots mit einer Yacht zu surfen. Gut, das Boot hatte nur 34 Fuß und ich mußte die ganze Zeit Ruder gehen, da es auf dem Schiff nunmal keinen so famosen Autopiloten gibt, wie auf eurem, ich kann mich aber noch sehr gut daran erinnern, wie leer im Kopf ich nach 5 Stunden war.
Meine größte Hochachtung vor eurem Ritt und lasst euer Boot in einem Stück.
Ich versuche derzeit meine Frau davon zu überzeugen, das Barcelona im April eine Reise wert ist.
Best regards to Ryan
Heiko
Hallo Burkardt,
die Outrigger sind nur Umlenker. sie leiten m.W. die Last des Riggs in den Rumpf. Dadurch kann die notwendige Spannung niedriger ausfallen als wenn die Wanten direkt auf Deck oder außen am Rumpf angeschlagen werden. Der Stauchdruck am Mastfuß könnte auch geringer sein. Hängst du jetzt den Kiel an die Outrigger, würdest du den Kiel an den Mast hängen (Soweit mein Laienhaftes Wissen oder besser Verständnis). Ob das so gut ist? Ich denke nicht denn das Lastsystem Mast-Rumpf ist getrennt zu sehen von Rumpf-Kiel aber es kann auch gut anders sein und du hast Recht! In jedem Fall braucht es Ideen, die die Jungs auf trab halten.
Markus
Dear Boris and Ryan,
I follow up your racing here from Sicily and enjoy very much your many infos and good position .Thanks for all your videos and best regards and further success Dieter Ahrendt (KYC)
hey burkardt, hey boris,
die idee ist veilleicht gar nicht so abwegig, das sollte das shoreteam bzw. das konstruktionsteam vom boot vielleicht mal nachrechnen…wir haben so was ähnliches mal an unserem kleinen trimaran am schwert gemacht um diese in position zu halten, hat geholfen…allerdings waren da sicherlich die lasten um ein x-faches geringer… leider war bei uns ein nachteil zu spüren: das durchs wasser sausende seil wird zu schwingungen angeregt, wodurch unser boot ab ca. 8kn erheblich gebrummt hat…ab 12kn haben wir dann das schwert lieber weiter aufgeholt…ob diese schwingungen dauerhaft auch eine beeinträchtigung fürs boot wäre müsste man auch prüfen…
aber die umlenkung der Kräfte von den wanten direkt auf den kiel sollte nach meinem verständnis das boot eigentlich entlasten statt belasten…
was meint ihr dazu ?
wünsch euch das beste und eine gute lösung…
servus, yo
Hi Boris, hi Ryan,
you’re making a fantastic job! Don’t get nervous about Estrella. Goal was to finish within top 5 – remember? Everything else would be icing on the cake! Keep on going guys – we’re all sailing with you!
Peter (Hamburg/Germany)
Hallo Helden!
Die “rote Gefahr” aufkommen zu sehen und das Gas nicht durchdrücken zu können, mag Schmerzen. Zwischenzeitlich auf die, zugegeben ambitionierte, Zielposition zurückzufallen, da gibts übleres. Den 30sten hoch und 3 mal täglich duschen, Ryan kriegt wieder Flugfisch, wahrscheinlich werdet ihr den Routine mäßig mit Heizwasser übergiessen und essen, guten Appetit.
Sushi du Trente
Moin, danke für die Grüße und die guten Wünsche für Bornholm. Wir werden es brauchen. Mit einer 30 Jahre alten Ecume de Mer immer hinterher. Nächstes Jahr dann hoffentlich Nordseewoche, irgendwann Fastnet mit unserer neuen Dehler db1.Ein perfider Plan.
Wir sind besonders begeistert von eurer Medienarbeit hier. So können alle am aktuellen Geschehen teilnehmen, gut auch für Sponsoren. Und die Software von Adrena. Aber du warst ja schon bei der letzten Weltrundung mit guter Nase für den Wind versorgt.
Hoffen das Boot hält, Platz fünf war ja der Plan, der sollte sicher sein, vielleicht ja noch drei. Alles gute weiterhin von der Greifswald Mensarunde.
Moin Männer,
schön, dass Ihr das (hoffentlich) letzte Schwerwetter mit der angeschlagenen Lady überstanden habt. Ruht Euch aus und schaut nach einem kleinen Wetter-”Trick”. Denn den werdet Ihr wohl brauchen, um vor der Bierbüchse zu bleiben. Oder vielleicht kriegt Euer Boot ja “Stalltrieb”.
Und wenn nicht – Top 5 war ja der Plan. Also ist ja alles super bis jetzt.
Und die letzten 4.500 schafft Ihr drei auch noch. . .
Weiter so.
Jens