Boris ist schon wieder unterwegs zu einem Felsen. Diesmal allerdings nicht zum Kap Hoorn, sondern dem fast ebenso berühmt-berüchtigten Fastnet-Rock in der irischen See. Seine Berühmtheit erlangte vor allen im berüchtigten Fastnet-Race von 1979. Alle zwei Jahre führt der Kurs dieser Regatta von der Isle of Wight dorthin und wieder zurück. Ein hartes Rennen, das gleichermaßen für seine Schwerwetter-Einlagen, als auch seine teils kniffeligen Flautenpoker unter der Küste bekannt ist.
Die Franzosen wollten noch einen drauf setzen und haben das Normandy-Channel-Race ins Leben gerufen. Von der Hafenstadt Caen aus führt der Kurs dieser Regatta zunächst hinüber zur Isle of Wight, dann entlang der britischen Küste nach Land’s End und von dort hinüber nach Irland. Erst zum Tuscar Rock an der Südostküste, dann zum Fastnet-Rock an der Südwestküste. Von dort auf relativ direktem Wege hinüber nach Guernsey und zurück nach Caen. Gesegelt wird auf Class 40. Für die ziemlich genau 1.000 Seemeilen rechnen die Veranstalter sechs Tage.
Boris segelt zusammen mit seinem Hamburger Freund Mathias Müller von Blumencron, der im wahren Leben Chefredakteur des Spiegel ist, im Nebenleben begeisterter Class-40-Segler. Im letzten Fastnet-Rennen hat er mit seinem Owen-Clark-Design “Red” einen grandiosen vierten Platz belegt, unter 18 Booten! Die beiden ergeben ein tolles Team.
Doch sie sind nicht die einzigen Deutschen im Rennen. Neben der “Red” ist auch Axel Strauss mit seiner “Tzu Hang” und dem französischen Co-Skipper Nicolas Boidevézi im Rennen. Ebenfalls ein Könner. Im letzten Route du Rhum belegte er den 13. Platz von 40 Schiffen.
Drittes Schiff mit deutscher Crew ist die “Mare.de2″ von und mit Jörg Riechers. Der Hamburger plant ebenfalls im nächsten Vendée Globe an den Start zu gehen und bringt bereits einige Erfahrung im Mini mit. Dieses Rennen segelt er nun zusammen mit dem Schweizer Etienne David.
Noch ein Boot ist mit zum Teil deutscher Crew bestückt. Anna-Maria Renken macht 50 Prozent der “40 Degree”-Besatzung aus. Mit ihrer Co-Skipperin Hanna Jenner hat sie den Class 40 gerade dauerhaft gechartert und aus der Karibik nach Europa gesegelt. Sie plant am 25. September in Mallorca zum Global Ocean Race zu starten.
Renken und Jenner auf “40 Degrees”
In fünf Etappen um die Welt. Das ist im Prinzip das gleiche Rennen, das Boris mit der “Beluga Racer” bestritten hat, nur dass es nun nicht in Portimão, sondern auf den Balearen startet. Dieses Rennen soll nun die erste Bewährungsprobe der Konstellation Renken-Jenner unter Regattabedingungen sein.
Boris ist nicht nur das Boot vertraut, auch einige Gegner. So ist auch Sébastien Audigane, Co-Skipper auf “Groupe Bel” im Barcelona World Race auch hier wieder dabei und ebenfalls Michael Kleinjans, der mit seiner Open 40 “Roaring Forty” Teilnehmer des Portimão Global Ocean Race war und jetzt auf Class 40 umgestiegen ist.
Gestern nachmittag sind die sechzehn Schiffe gestartet. Jetzt, 30 Stunden später, hat sich das Feld bereits in drei Teile geteilt: Die Führungsgruppe besteht fast nur aus Franzosen. Ganz vorne liegt “Marie Toit – Caen La Mer”. Ich kann nur hoffen, dass die bald zurückfallen und für die weitere Rennberichterstattung nicht mehr von Bedeutung sind, denn so lange Namen auf Französisch muss ich immer Buchstabe für Buchstabe abtippen
Ebenso “Port De Caen Ouistreham”. Was kurzes vorne wär mir lieber. Vielleicht “Red”?
Die deutschen Schiffe liegen derzeit auf Platz fünf (“Mare.de2″, 2,9 Meilen zurück), acht (“Tzu Hang”, 7,4 Meilen zurück), neun (“Red”, 8 Meilen zurück) und zwölf (“40 Degrees”, 31,7 Meilen zurück). Die beiden Mädels hatten wirklich pech, denn gleich auf der ersten Teilstrecke rüber zur Isle of Wight brach ihnen ihr Gennakerfall. Das Segel stürzte ins Wasser und wickelte sich um Kiel und Ruderblatt. Bis es geborgen und klariert war, verging einige Zeit, was Meilen kostete. Zwei Schiffe sind bereits wegen Problemen ausgeschieden.
Bis etwa Samstag könnt ihr das Rennen live im Internet verfolgen. Hier der Link zum Tracker und zu den Newsmeldungen.
Ich werde auch hier ein paar Zwischenmeldungen posten. Den Start habe ich gestern leider verpasst – am Wochenende hatte ich auf meinem Boot kein Internet. Jetzt bin ich aber wieder online.
Viel Spaß beim Verfolgen! Kommentiert hier fleißig. Boris freut sich, wenn er zurück kommt und es lesen kann.
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PHOTOS © JEAN-MARIE LIOT/NCR2011





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Hallo lieber Johannes! Schön, wieder von Dir zu hören, und dass Du uns erneut mit spannenden Berichten versorgst.Liebe Grüße an Boris! ULLA
Immer gerne!
Ein paar Tage, aber immerhin endlich wieder RennNews von Boris. Viel Erfolg, Spaß und gutes Segelwetter wünsche ich.
Thorsten
Fair winds!
….obwohl es diesmal “nur” 1000nm sind , fühlen wir uns schon wieder in die Zeiten des BCN-Rennens versetzt, wenn wir die Postings von Johannes studieren…. Danke !
…und dir, Boris drücken wir die Daumen für einen erfolgreichen Törn und freuen uns auch weiterhin über medienwirksame Berichte …
bis dann und liebe Grüße
Seezwerg lll
Aaaaah – endlich wieder mit dem racetracker spielen
Fein, fein das! Wenn das Ding bloß nicht so lahm wäre…
Also Boris – Kamera an – dein nerviges Publikum erwartet laufende Bilder (selbst Schuld – hast unsschließlich kräftig verwöhnt
und lass das iphone glühen – der Schreiberling
an deiner Seite kann ja auch mal ein bißchen was tun – fb wird schließlich auch getrackt! Fair winds und good luck aus Hamburg, Peter
Guten Morgen, Johannes!
Vielen Dank, dass Du uns wieder mit news versorgst!
Lieber Boris!
Schön, dass Du wieder unterwegs bist, wir werden das Rennen gespannt verfolgen!
Liebe Grüße
Katinka und Holger
Yeppie!!!
Natürlich bin ich wieder vom ersten Moment dabei!
Schön wäre es wenn bei einem solchen Rennen der Update Rhythmus des Trackers alle zwei Stunden wäre aber watt solls?
Derzeit ist Red in der 3er-Verfolgergruppe, schaun wir mal wie es sich so entwickelt und ob sich die südlichere Position auszahlt. Lt Windprognose des Trackers bekommt die Flotte Raumschotbedingungen nach Norden aber dann kommts wieder auf die Nase bis Fastnet.
Ich freue mich auch, wenn Boris die Möglichkeit hat ein paar Zeilen von Bord zu senden, wobei ich mir vorstellen kann, dass vom Gewicht her noch mehr ans Limit gegangen wird aber nen tragbares Telefon wird er ja wohl dabei haben.
@Johannes: Wie kann ich dir eine Mail schicken (die Yacht-Adresse)?
Grüße
Markus
Schön, dass es weitergeht mit diesem Blog! Eine meiner absoluten Lieblingsadressen im Internet!
Hallo Johannes,
)
bin ich froh, daß Du wieder übernommen hast, denn die NCR-Seite ist echt dürftig … u wir sind verwöhnt, wie jemand weiter oben richtig bemerkte
Hallo Boris,
schön, Dich wieder auf dem Wasser zu sehen, viel Erfolg u liebe Grüße,
Christiane
Danke für die freundliche Begrüßung!
@ Markus: Genau. Entweder die oder johannes@borisherrmannracing.com
juhuu, wieder news…
weiter so ! freu mich schon auf bilder und videos vom rennen…laut vorhersage wirds ja auch nochmal richtig windig… gut run euch !
servus, yo
Na Männer – Unterwasserschiff nicht blank geputzt vor dem Start? Ist ja ein schönes Duell mit Tzu Hang aber so langsam müßt ihr mal den Blinker setzen sonst verliert ihr den Kontakt zur Spitze. Brainstorming ist angesagt! Die laufen locker 1kn mehr da vorne und der Wetterbericht verspricht ein ordentliches Rodeo auf dem Rückweg vom Tuskar Rock. Rührt mal kräftig in der Hirnschüssel und wenn nichts dabei herauskommt muß das mediale Schwergewicht eben an der Tonne aussteigen – in Boxkreisen nennt man das “Gewicht machen”
Speeeeed guys! Gruß aus Hamburg, Peter
Hier noch ein link zum gut geschriebenen Tzu Hang blog von Axel Strauss.
http://www.windquestsailing.com/logbook.html
Vielleicht ruft Boris ja mal etwas rüber
Ich habe heute vormittag meine Arbeit unterbrochen und bin zum St.Davids Head, aber die Flotte hat beschlossen, weiter draussen vorbeizusegeln. Ich sehe gerade (13:30 UTC), dass die Mädels von “40 Degrees” einen langen Schlag in die St. Brides Bay machen… Allerdings ist die Sicht (im Gegensatz zur Metofficevorhersage) mäßig.
Hey Flötenschlumpf,
da ha´m se dir glatt die schönste Bahnmarke der nördlichen Hemisphere geklaut. Aber das sieht da auch nach viel schneller Luft aus. Und da ist der gemeine Turniersegler an sich auch gewahrschaut. So what – gibt eben schneller wieder Baguette mit Stopfleber. Auch nicht soo schlimm. Grüße aus HH.
PS: Bist du Pfingsten auf´m Fuselfelsen auf´n Anlegebier?
Do kümmt een Storm, do kümmt een Storm – de armen Lüt an Land
Mann oh Mann – Segeln ein Schwergewicht der journalistischen Online-Szene und ein weiteres der Offshore-Seglerszene im medialen stealth mode durch den Kanal und die irische See und Johannes (die arme S…) hat die Arbeit mit uns Tränen. Soviel Bier können die beiden dir gar nicht bezahlen, Johannes
Gruss aus HH an die schweigenden Lämmer, Peter
Was ist jetzt los?? Auf dem tracker hab ich gerade NL (non localisé) also nicht zu lokalisieren gesehen & jetzt ist Red noch nicht mal mehr aufgeführt?? Aufgegeben? Hoffe, nichts Schlimmes passiert & die Jungs sind wohlauf??
Christiane
Sind wieder zu sehen. Scheint nur der Tracker ausgefallen zu sein. Die ersten fünf Schiffe sind schon im Ziel. Ich schreib heut Abend eine Zusammenfassung für die, dies nicht live verfolgt haben.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt Prügel kriege – im Hinblick auf die Sponsorensuche für das VG hat “unser Jung” diesesmal wohl kräftig in den Eimer gegriffen. Kumpel hin, Kumpel her – wenn man sich mit anderen potenziellen VG Kanditaten um Sponsoren prügeln muß und die gesamte deutsche Seglerherrlichkeit dabei gaaaanz genau zuschaut (und kommentiert) darf man in Anbetracht des angepeilten Projektes nicht in ein “altes Taxi” steigen. Riechers fährt ein state of the art Boot und segeln kann er auch. Das wußte Boris als er bei MMvB eingestiegen ist. “Nur” auf den Faktor Sypathievorteil zu setzen ist da einfach zu wenig. Hoffen wir mal, dass dieses Rennen bei den Sponsoren nicht allzu lange nachhallt. Wir wollen D I C H schließlich unbedingt beim VG sehen, Boris! Danke nochmal an Johannes für die Berichterstattung und schöne Grüsse aus Hamburg, Peter
Moin Peter,
Es stellt sich aber noch nichtmal die Frage, wer Kapitän war , denn Boris war als Co-Skipper ausgepreist…
..und ne “Spazierfahrt” vorm Hafen, bedingt durch die Kastration…hihi, ist doch grundlegend nicht mit Vendee Globe zu vergleichen…
wenn evtl. Sponsoren sooo kurzsichtig dächten, wären diese bestimmt auch nicht die richtigen Partner…
Jedenfalls war es schön, daheim mal wieder Regattaluft schnuppern zu können !
viele Grüße in die Runde
Seezwerg lll
@Peter, finde ich etwas voreilig. Warten wird doch mal ab, was Boris berichten wird.
Das Material ist dabei scheinbar nicht wirklich entscheidend. Die ersten zwei Boote sind m.W. älter als RED. Die Tatsache, das in jedem dieser Boote zwei Profis segeln ist einfach so hinzunehmen. Jörg war auch gut dabei mit P4 aber die Pace der ersten konnte er (taktisch?) nicht mitgehen. RED hat für mich nach Tuskar Rock auffallend wenige Tacks gemacht und die Passage über den Kanal zurück wurde richtig Boden verloren. Ich vermute hier Strom gegen Wind und Segeln auf Sicherheit und Materialschonung. Nach Guernesey war der Speed wieder den anderen Boot ungefähr gleichwertig.
Ich vermute auch das das Rennen härter war als wir uns vorstellen können und eventuell waren die Erwartungen der hiesigen Leserschaft etwas hoch angesiedelt.
Thema Sponsoren: Was ist denn mit Schümann? Der ist doch richtig baden gegangen, mit seinem neuen tollen Boot. Springt dann gleich Audi ab?
Wenn (potentielle) Sponsoren so kurzfristig denken würden, dann ist es besser sie steigen gar nicht erst ein. Ich kenne den Fall einer Profi-Triathletin, die fast ein Jahr verletzungsbedingt keine Rennen machen konnte. Ihr Sponsoren sind alle geblieben und haben vielmehr gesagt: Jetzt erst recht müssen wir dich unterstützen. Also es gibt solche Sponsoren.
Bis zum nächsten Lebenszeichen
Grüße
Markus
Nachtrag: Erste Bilder der Ziellinie sind zu finden. Die Bedingungen würde ich als Landratte als äußerst Schwierig einschätzen und wie vll. bereits gelesen hat das siegreiche Boot einen Riss im Großsegel…
Have fun: http://www.normandy-race.com/index/galleriephotos/gall/35
Markus