Nach dem schnellen Ritt durch den Indischen Ozean hat der Pazifik die Crew der IDEC Sport bisher auf eine harte Probe gestellt. Dank des präzisen Wetter-Routings ist Hochdruckgebiet, das den Speed bremste, nun überstanden. Einfach wird der Weg zum Kap Hoorn jedoch nicht. 

Ölige Dünung, Regen, Flaute: Der Pazifische Ozean hatden sechs Männern an Bord der IDEC Sport zwar etwas Erholung nach dem Geschwindigkeitsrausch zwischen Kap Agulhas und Kap Leeuwin geschenkt, doch der Rückstand auf die Rekord-Zeit der Jules Verne Trophy, der zwischenzeitlich auf 30 Seemeilen geschrumpft war, hat sich wieder deutlich vergrößert auf aktuell (19.12.) 494 Seemeilen.

Nachdem Boris Herrmann und seine Crew-Kameraden sich mit einer Serie von Halsen durch ein Hochdruckgebiet gehangelt haben, ist der rote Tri jetzt wieder weiter südlich in einem Gebiet mit stärkerer Luftströmung angekommen. Das Segeln wird zwar nicht sonderlich komfortabel, doch auf dem Weg zum berühmt-berüchtigten Kap Hoorn stehen nicht mehr viele komplizierte Manöver an.

Dem Rekord auf den Fersen

“Wie wir es geplant haben, beschleunigen wir langsam wieder”, erklärte Bernard Stamm. “Noch kommen wir nicht mühelos ins Gleiten, da wir Halbwindkurs segeln und der Wind zwischen 10 und 20 Knoten Stärke schwankt. Bei jeder Böe hebt sich der Luvschwimmer aus den Wasser und das Boot beginnt zu gleiten. Höchste Konzentration am Ruder und an den Schoten ist gefragt. Das ist anstrengend, aber nach den Tagen in der Flaute dürfen wir uns natürlich nicht beschweren.”

Ähnlich sieht es Clément Surtel, der die IDEC Sport wohl besser kennt als jedes andere Crewmitglied, da er an der Entwicklung des Maxi-Tris (damals als Groupama IV) beteiligt war: “Ein Gutes hatten die Leichtwindbedingungen der letzten Tage: Ich konnte einige kleinere und größere Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen am Boot durchführen.”

Mit der vorhergesagten Winddrehung nach Südwest wird die IDEC SPORT kontinuierlich an Speed zulegen und hoffentlich wieder die Traum-Werte des Indischen Ozeans mit einem Schnitt von 40 Knoten erreichen. Noch ist es möglich, den Rückstand auf den Rekordhalter Loick Peyron einzuholen; die Crew der Banque Populaire verzeichnete an Tag 28 der Jules Verne Trophy ein katastrophales Etmal von gerade einmal 200 Seemeilen.

Clément Surtel ist optimistisch: “Das Boot ist fantastisch und zu jeder Leistung fähig!”

Es wird wieder kälter 

 

BorisHerrmann am Steuer der IDEC Sport

Mit jeder Wache beißt die Kälte wieder mehr in den Gesichtern und Händen der Männer.

“Jeder steuert nur 30 Minuten, um nicht zu sehr auszukühlen”, erklärt Francis Joyon den Wachrhytmus.

“Der Windchill ist seit diesem Morgen bitterkalt. Wir haben unsere Handschuhe und Fleece-Wäsche wieder herausgeholt und beheizen den Schrank mit dem Schwerwetterölzeug.

Der Plan ist, so weit wie möglich südlich zu gehen, womöglich bis auf 59 oder 60 Grad. Das bedeutet permanente Eiswache und Beobachten des Radars, aber auch gute Etmale. Es ist gut möglich, dass Boris Herrmann und seine fünf Mitsegler am Dienstag, den 21. Dezember, das Kap Hoorn runden und Weihnachten auf dem Atlantik feiern.

Video: Wachwechsel auf der IDEC Sport

 

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