THE RACE IS ON…

Many of you will have woken up this morning to the exciting news that Boris Herrmann on Malizia is in first position in Route du Rhum 2018 race.

This was exciting news for us all and we are hoping that Boris, in his much more Northerly position, is going to be able to break through the high pressure without losing significant speed and his position. We will have to wait and see!

Boris sent us this video yesterday lunch time (8/11/18) updating us on his position and how everything was going:

 

View this post on Instagram

 

A post shared by Boris Herrmann (@borisherrmannracing) on

Boris has taken a different route to the rest of the pack and here he tells us why and how the first five days have felt for him. See the text in German (provided by Jochen at Yacht.de) and English below.

GERMAN

UPDATE 8:30pm 08/11/18:

Jetzt sitze ich hier und nehme meinen “Aperitif” alleine. Ein Bier und Groupe-Bel-Käse mit Cracker. Ich versuche, 20 Minuten lang nicht an das Rennen zu denken. Ich denke, es ist wichtig, meinen Geist zu erfrischen, sobald ich anfange, ziemlich müde zu werden. Ein Moment der geistigen Erholung nach den stressigen ersten Tagen.

Ein langer Wellengang treibt uns wie ein sehr tiefer Atemzug vor sich her und stoppt uns dann fast. Das ist der Rhythmus meines Tages. Die Seen messen vier, fünf Meter, aber ihre Periode ist sehr lang. Nicht ideal auf meinem Am-Wind-Kurs, da es deutlich die Durchschnittsgeschwindigkeit senkt. Aber für mein Abendbier ist es beeindruckend anzusehen und ich versuche, es zu genießen.

Der Sonnenuntergang vollzieht sich hier schnell. Als ich mit diesem Text begann, fing er gerade an. Nun ist der Horizont schon lila und grau. Da ich nach Süden segle, kann ich die untergehende Sonne selbst nicht sehen. Sie wird von der hohen Kante “Malizias”, die nach Westen zeigt, verdeckt. Ich schaue von meinem Veranda-artigen Cockpit aus nach achtern, nach Nordost. Schnell spüre ich auch die Temperatur fallen. Große Amplitude noch zwischen Tag und Nacht.

Der gestrige Bruch des Segelhalses meiner Fock 3 steckt mir immer noch in den Knochen. Mein Verstand ist auch nicht mehr so ganz unbelastet davon. Immer wieder geht mein Blick am Mast entlang zu den Segeln hich, als ob ich in meinem Vertrauen geschwächt wäre. Vielleicht auch, weil ich Malizia hart rannehme: derzeit unter Fock 2 und mit nur noch einem Reff im Groß bei 22–24 Knoten Wind aus 65 Grad TWA.

Ich vermisse meine Begleiter, die hier normalerweise mit mir sitzen auf all unseren anderen Reisen. Ich denke dankbar an meine Teamkollegen. Ich kann es kaum erwarten, sie in Gouadeloupe wiederzutreffen. Es ist oft schwer, im Geist das Boot auszublenden, im Schlaf nicht weiter zu segeln. Ich versuche dann, mir “Malizia” auf perfekt glattem Meer vorzustellen, wie sie dahingleitet. Ich versuche, mir meine Ankunft in Gouadeloupe vorzustellen, wieder vereint mit meinen Freunden.

Es ist immer noch nicht leicht zu schlafen. Der Wind ist so instabil, dass ich mich nicht entspannen kann. Das Boot ist durchnässt und leidet – ich ebenso. Eigentlich schon seit dem Start. In diesem Sinn kann es nur besser werden.

Zum Rennverlauf

Vor 24 Stunden war ich sehr gestresst. Gerade hatte ich es geschafft, die Halsleine der Fock zu reparieren und das Segel wieder auszuprobieren, als ich von einer Reihe von Squalls getroffen wurde, einige bis zu 43 Knoten stark. Mein Gott, was für ein Stress! Jedes Mal denkst du darüber nach, die Fock wegzurollen. Und dann ist plötzlich der Wind wieder normal.

Später in der Nacht begannen wir, so hart in der Welle zu schlagen, dass es unmöglich wurde, an Bord zu leben. Ich konnte nirgendwo sitzen oder stehen. Ich hatte die Wahl, in den Überführungsmodus zu gehen oder Regatta zu segeln. Aber der einzige Ort, an dem man es aushalten kann, ist in der Rohrkoje, idealerweise schlafend.

Ich denke, ich habe es geschafft, etwas zu dösen, vielleicht nur Minuten. Ich musste mich mit meinen Beinen hart gegen das Schott stemmen, um zu verhindern, dass ich in jeder Welle nach vorn rutsche. Bei jeder Bö hebe ich den Kopf und schaue gespannt auf die Instrumente. Machte einige gute Meilen in dieser Nacht und fand mich heute Morgen dann auf dem zweiten Platz.

Unser kleiner Moment der Herrlichkeit.

Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht so bleiben wird. Aber warum nicht genießen, was wir heute geschafft haben?!

Es hängt alles vom Hoch ab und seiner weiteren Entwicklung. Eine Kaltfront drängt von Westen heran und hilft, ein neues Hoch zu entwickeln. Den Modelle nach sollte ich den perfekten Zeitpunkt erwischen, um davon zu profitieren und durchzurutschen, aber es bleibt höchst unsicher. Die Bildung eines neuen Hoch wird in den Vorhersagen weniger genau abgebildet als ein großes Tiefdrucksystem. Jetzt brauche ich eine große Portion Glück, um am kommenden Montag noch im Rennen zu sein, wenn ich endlich die Passatwinde erreicht habe.

Neben endlosen Studien von Routen und Modellen am Rechner gibt es nun auch den Faktor Schicksal. Es wird so kommen, wie es kommt. Ich bin in meiner besonderen Westposition abseits der Flotte und kann das nicht mehr korrigieren.

Ich werde versuchen, meiner Route weiter zu folgen, direkt nach Südsüdwest. Ich werde nicht Richtung Azoren  kreuzen, wie ich anfangs dachte. Ich bin so müde von dem Schlagen und dem Starkwind, die da oben erwartet werden. Die Routing-Gewinne sind marginal. So ziehe ich es vor, meinen Weg nach Südwesten fortzusetzen auf der Suche nach einem flachen Meer, wo “Malizia” mühelos und in aller Harmonie und Sicherheit weitergleiten kann, ohne zu leiden. Ich erinnere mich an die Momente im Südost-Passat mit Thomas (Co-Skipper Thomas Ruyant; d. Red.) vor genau einem Jahr im Transat Jacques Vabre. Ich erinnere mich, wie beeindruckt er damals von unserer Raumschots-Geschwindigkeit war.

Ich hatte ursprünglich geplant, bei den anderen in der Spitzengruppe zu bleiben. Aber mit einem langen Stopp im zweiten Tief kurz nach dem Start am Montag lag ich plötzlich weit hinten. Ich konnte sehen, wie Paul (Meilhat, “SMA”) und Vincent (Riou, “PRB”) mit 15 Knoten Geschwindigkeit wegsegelten, während ich mit 2 Knoten Fahrt steckenblieb. Stunde um Stunde. Wie Yann Eliès. Aber dann fand er Wind, und meine Segel schlugen noch weiter. Da war das Urteil über “Malizia” gesprochen, Ich war in meinem eigenen Rennen. Einsam. Es ist so viel schöner, gegen direkte Konkurrenten zu segeln.

Zumindest haben wir heute hier unseren Ruhmesstag auf dem Race-Tracker gehabt. Und etwas Hoffnung für die Zukunft. Ich werde immer wieder so stark wie möglich pushen und vor allem versuchen, jede Gelegenheit, die sich bietet, schlau zu nutzen. Ich werde versuchen, so viel wie möglich mit euch zu teilen und das Rennen zu genießen. Ich habe schon viel für die Vendée Globe gelernt, aber ich will noch nicht darüber sprechen. Diese Regatta ist noch lang, und ich werde alles geben. Will “Malizia” erst über die Ziellinie gleiten sehen – in etwa acht Tagen.

 

ENGLISH

LAST NIGHT’S UPDATE 8:30pm 08/11/18:

Now I am sitting here taking my “apero” alone. A beer and bel cheese with crackers. I try not to think about the race for 20 minutes. I feel it’s important to refresh my mind as I’m starting to be quite tired. A moment of mental recuperation after the stressful first days.

A long swell is pushing us like a very deep breath and then almost stopping us. This is the rhythm of my day. Maybe 4-5 meters but the swell is very long. Not ideal on my upwind course as it lowers the average speed significantly. But for my evening beer it’s impressive to see and I try to enjoy the view. The sunset is fast. When I started this text it was just beginning. Now the horizon is purple and grey. As I sail south I can’t see the sunset itself – it’s hidden by the high side of Malizia heeling over to the east leaving no view to the west.  As I look out to the northeast from my Veranda cockpit I  can also feel the temperature dropping rapidly.  There’s a huge difference between day and night here.

Yesterday’s j3 tack breakage is still stuck in my bones. My mind is less innocent, and I am frequently looking up to the mast and sails as if my confidence is weaker – or maybe also because I am pushing Malizia hard. J2 and one reef at 22-24 knots wind from 65 degrees.

I miss my companions sitting here with me as they have been on all our other trips. I think thankfully about my teammates and can’t wait to see them again in Guadeloupe. It’s often hard to disconnect the senses from the boat and stop sailing in the brain to sleep. I then try to picture Malizia gliding quietly along on perfectly flat water. I try to picture my arrival in Guadeloupe, reunited with my friends. It’s still not easy to sleep. The wind is so unstable that I can’t relax. The boat is soaking and suffering and so I am – and have been since the start. In that sense things can only get better.

Twenty-four hours ago I was highly stressed. I had just managed to repair and try out the j3 when I was hit by a series of squalls, some up to 43 knots. My god what a stress. Each time you wonder if you should furl the j3. And then suddenly the wind is back to normal. Later at night we started slamming so hard that it became virtually impossible to live on board. I couldn’t sit anywhere or stand. I had the choice to go to delivery mode or to keep racing. But the only place to exist is the bunk, ideally asleep. I think I managed to sleep a little, but maybe only minutes. I had to press hard with my legs against the bulkhead to prevent sliding forward in every wave.  With each gust I lift my head to observe the instruments under tension.  Despite the discomfort, we made some good miles that night and by this morning we’d made second place.

Our little moment of glory, but  we are very conscious it’s not likely to stay that way. But why not enjoy the moment!

It all depends on the high pressure and ridge situation. A cold front is pushing from the west and helping to develop a new high. The models say I should be in perfect timing to just take advantage and slide through but that remains highly uncertain. The formation of a new high is less accurate in the predictions than a big system. Now I need a big chunk of luck to still be in the race next Monday when I will have finally reached the trade winds.

Besides endless studies of routes and models there is now the factor of destiny. It will happen as it will. I am in my special west position away from the fleet and can’t correct this anymore.

I will try to proceed with my route directly SSW. I will try not to tack back up to the Azores as I initially thought. I am so tired of the slamming and stronger winds expected up there and the routing gains are marginal. So, I prefer to continue my path to the south west in the quest for some flat sea where Malizia can glide along effortlessly and in harmony and safety without suffering and slamming. I remember those moments in the SE trades with Thomas exactly one year ago in the Transat Jacques Vabre. I remember how impressed Thomas was with our downwind speed.

I had planned to stay with the pack for this race but with a long full stop inside the secondary low just after the race start on Monday I started from far behind. I could see Paul and Vincent sailing away at 15 knots speed while i was stuck at 2 knots. For hours. And hours. Like Yann but then he found the wind and left.   I just kept rolling around with flapping sails. That was the verdict on Malizia on day one. Just hours later I was out but no one was on the AIS any more. I was in my own race. Lonely. It’s so much nicer to race direct opponents. At least we got our day of glory on the tracker here today and some hope for the future. I’ll keep pushing as hard as possible and especially try to be smart with every opportunity when it comes. I will try to share as best and enjoy. I have learned a lot already for the Vendée but I don’t want to call it just yet. The race is still long and I will give it everything. I want to see Malizia glide along over the finish line in about 8 days.

BORIS IS IN GOOD SPIRITS AND APPRECIATING ALL THE SUPPORT. HERE IS AN UPDATE FROM TODAY:

FOR MORE BORIS TECH TALK READ ON (9/11/18)

I had a broken lashing between the mast and the block for the mast rotation purchase. I left the mast rotation loose as upwind it aligns itself usually pretty nicely. This morning around 4am the boat was suddenly starting to act weirdly. I checked the wind angle display but I was upwind, although the boat was jumping over the waves and reaching at 2 knots. It really heeled over a lot.

I quickly realised that there was a problem with the wind instruments. I switched on the B system to find that it was broken. No surprise that the wind vane on the top of the mast was damaged after all the slamming. My heart beat rises imagining sailing the rest of the race with no instruments like in the TJV. It would have a major impact on performance. To figure out what was going on I swapped over some elements and found that on my main system only the mast angle sensor had broken, possibly as a consequence of leaving the mast rotation open.

I repaired the lashing, adjusted the mast to this upwind angle and gave the instruments a manual input for mast angle instead of the sensor. That way my A system is now fully up and giving nice wind data again. A small issue, but in the darkness and upwind – slamming is quite annoying.  I’m so happy now that I still have one functional wind vane at the top of the mast and can sail with autopilot following the wind angle… that helps a lot!

 

 

Boris wants to thank Mike Yates and BMW for building him this comfortable navigation seat. He is hopeful that it will help him take ‘Malizious’ decisions … the owl on the left in the background is assisting. If he turns his head that means he has to tack!

To see all our videos check out our YOUTUBE CHANNEL

Thanks all and keep the positive messages for Boris coming. He is really appreciating them.

Holly from Team Malizia

Pin It on Pinterest

Share This