Der Affenfelsen liegt im Kielwasser. Vor einigen Stunden twitterte Boris: “Wir sind durch. Ich komme gerade unter Deck und aus meinen Stiefeln, bin komplett durchnässt. Wir hatten 48 Knoten Wind direkt auf die Nase. Es war ein Kampf, den ganzen Tag musste ich einen Helm tragen. Jetzt versuche ich mich zu trocknen und meine erste mediterrane Nachtwache zu beginnen. Es war ein großer Schritt für uns. Ich sehe den Felsen (Gibraltar) noch immer hinter uns im Licht der Stadt leuchten. Drumerum ganz viele Sterne. Es ist fantastisch. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als wir hier vor drei Monaten zuletzt vorbei kamen, nur in der anderen Richtung. Ich habe so sehr gehofft, dass wir das Rennen nonstop schaffen würden – und das haben wir! Jetzt nur noch 500 Meilen. Normalerweise sollte das in 2,5 Tagen zu schaffen sein. Dann wären wir Sonntagmittag in Barcelona.”

Ryan sagte in der Videokonferenz:

“Wir müssen uns mal bewusst machen, wie glücklich wir uns schätzen können, dieses Rennen gesegelt zu sein. Und ich denke, wir sind ein gutes Rennen gesegelt. Mit den Werkzeugen, die uns zur Verfügung standen, haben wir uns so wacker geschlagen, wie die Leute es erwarten könnten. Dennoch nicht ganz so gut, wie wir uns selbst erhofft hatten. Ich wünschte, der Kiel wäre nicht beschädigt, denn das hätte das letzte Stück ein wenig einfacher gemacht. Auf jeden Fall ist es aber ein schönes Gefühl, dort zu sein, wo wir nun sind. Ich will uns nicht verhexen, aber wir sind eine ganze Ecke vor Dee und den anderen, außer Reichweite. Wir segeln gerade unser eigenes Rennen, haben eine entspanntere Zeit und wollen nur ankommen, das Boot zusammen halten, unser Ding machen und sehen, wie die Würfel fallen. Das war die letzten Wochen unsere Philosophie.

‘Shit happens’ sagt man – bei uns ist es der Kiel gewesen. Aber da konnten wir nichts machen. Wir sind recht moderat gesegelt, als es passierte. Also ich denke keiner von uns wird zurück blicken und denken, dass wir nicht unser bestes gegeben hätten, es hätten besser machen können. Ich denke, wir werden vom Boot steigen und uns ziemlich glücklich fühlen mit der Performance unserer ersten Nonstop-Weltumsegelung.”

Ryans Frau Nicola kommentierte: “Nichtmal die Ankunft des US-Präsidenten persönlich könnte Ryan davon abhalten, erstmal ein kaltes Bier zu trinken und einen Döner zu essen.”

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Zwischenstand beim Barcelona World Race am Freitag (08. April, 3.00 Uhr):

1. Virbac-Paprec 3: Jean-Pierre Dick / Loïck Peyron (beide Frankreich) im Ziel.
2. Mapfre: Iker Martínez / Xabi Fernández (beide Spanien) im Ziel.
3. Renault: Pachi Rivero / Antonio Piris (beide Spanien) 41 Seemeilen zum Ziel.
4. Estrella Damm: Alex Pella / Pepe Ribes (beide Spanien) 183 zurück.
5. Neutrogena: Boris Herrmann / Ryan Breymaier (Deutschland/USA) 460
6. GAES: Dee Caffari / Anna Corbella (Großbritannien/Spanien) 961
7. Hugo Boss: Wouter Verbraak / Andrew Meiklejohn (Die Niederlande/Neuseeland) 2.397
8. Fòrum Marítim Català: Gerard Marín / Ludovic Aglaor (Spanien/Frankreich) 2.960
9. We are Water: Jaume Mumbrú / Cali Sanmartí (beide Spanien) 5.530
10. Central Lechera Asturiana: Juan Merediz / Fran Palacio (beide Spanien) 10.833
Mirabaud: Dominique Wavre / Michèle Paret (Schweiz/Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch
Président: Jean Le Cam / Bruno García (Frankreich/Spanien) aufgegeben mit Mastbruch
Foncia: Michel Desjoyeaux / François Gabart (beide Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch
Groupe Bel: Kito De Pavant / Sébastien Audigane (beide Frankreich) aufgegeben mit Kielschaden

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