Die ganz an der Spitze des Feldes liegenden “Virbac Paprec 3” und “Mapfre” haben gestern das letzte Gate des Pazifiks, “Pacific-East”, passiert. Damit besitzen sie jetzt freie Fahrt bis zum Kap Hoorn und erstmalig die Möglichkeit, persönliche Taktiken ins Spiel zu bringen. Nicht mehr weiter von Gate zu Gate, sondern so segeln, wie es ihnen am sinnigsten erschein. Los geht’s: Während “Virbac Paprec 3” ganz an der Spitze einen Ostnordöstlichen Kurs wählt, nimmt “Mapfre” die etwas südlichere Route. Kurzzeitig war das Schiff gestern Nachmittag vollkommen vom Tracker verschwunden. Offenbar muss es einen Fehler mit dem Sender an Bord gegeben haben. Jetzt sind Martinez und Fernandez aber wieder “on air”, meldeten bei der letzten Aktualisierung des Trackers einen Rückstand von 26 Meilen.

Etwas weiter westlich positioniert und mit über 1.300 Meilen im Rückstand hat “Renault” in den letzten 24 Stunden einige Meilen Vorsprung auf Boris und Ryan auf “Neutrogena” verloren. Nur noch 80 Meilen müssen die Jungs auf das grüne Schiff aufholen. “Mirabaud” kommt allerdings auch näher – im Schnitt lief das Schiff der Schweizer zuletzt 3 Knoten schneller als “Neutrogena”. Noch liegen sie aber 155 Meilen zurück.

“Groupe Bel”, “Estrella Damm”, “Hugo Boss” und “Gaes” sind nach Durchzug des Tiefdruckgebiets und Ex-Zyklons “Atu” nun wieder zurück im Rennmodus. Ganze 400 bis 800 Meilen liegen sie hinter “Neutrogena” und sollten vorerst keine Gefahr bilden. Das schwere Wetter muss ihnen ganz ordentlich zugesetzt haben. Pepe Ribes verglich den Kern des Unwetter mit “der Macht” aus dem Film Star Wars: “Ich weiß nicht, ob ihr euch an den Film erinnert: ‘Unterschätze nie die Kraft der Macht’. Wir haben heute diese Kraft erfahren und die Macht der Naturgewalten. Dreißig Stunden lang wehte es mit 45 Knoten, in Böen bis 50. Dazu sehr konfuse Seen.”

Am Donnerstag wird “Virbac Paprec 3” bereits am Kap Hoorn erwartet, “Neutrogena” in etwa zehn Tagen. Danach befinden sie sich auf dem Rückweg und es wird für Boris Zeit, Abschied zu nehmen von der Faszination des Southern Oceans – und seinem guten Freund, dem Albatros. “Er leistet mir treu Gesellschaft und passt auf, dass wir nicht in einen Eisberg fahren”, schreibt Boris mir heute in einer Mail. Stundenlang kann er im Schutz des Cockpits sitzen und diesen mächtigen, aber zugleich ungeheuer eleganten Vögeln beim Flug zuschauen: “Die Flügelspitzen scheinen das Wasser beim Tiefflug förmlich abzutasten.”

(Johannes)

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Ein kurzes Video von Ryans Trip in den Mast:


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Zwischenstand beim Barcelona World Race am Montag (28. Feb, 01.00 Uhr):

1. Virbac-Paprec 3: Jean-Pierre Dick / Loïck Peyron (beide Frankreich)

2. Mapfre: Iker Martínez / Xabi Fernández (beide Spanien) 26 Seemeilen zurück

3. Renault: Pachi Rivero / Antonio Piris (beide Spanien) 1.361

4. Neutrogena: Boris Herrmann / Ryan Breymaier (Deutschland/USA) 1.441

5. Mirabaud: Dominique Wavre / Michèle Paret (Schweiz/Frankreich) 1.594

6. Groupe Bel: Kito De Pavant / Sébastien Audigane (beide Frankreich) 1.863

7. Estrella Damm: Alex Pella / Pepe Ribes (beide Spanien) 1.926

8. Hugo Boss: Wouter Verbraak / Andrew Meiklejohn (Die Niederlande/Neuseeland) 2.255

9. GAES: Dee Caffari / Anna Corbella (Großbritannien/Frankreich) 2.300

10. Fòrum Marítim Català: Gerard Marín / Ludovic Aglaor (Spanien/Frankreich) 3.500

11. Central Lechera Asturiana: Juan Merediz / Fran Palacio (beide Spanien) 3.862

12. We are Water: Jaume Mumbrú (ESP) / Cali Sanmartí (beide Spanien) 4.572

Président: Jean Le Cam / Bruno García (Frankreich/Spanien) aufgegeben mit Mastbruch

Foncia: Michel Desjoyeaux / François Gabart (beide Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch

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