Heute mal nur eine kurze Meldung von mir. Boris hat sich den ganzen Tag nicht gemeldet. Offenbar haben die beiden viel zu tun, in ihrer wilden Verfolgungsjagd mit “Mirabaud” alles zu geben. Laut Wetterkarte sieht es so aus, als hätten sie sich in ein Flautenfeld auf Höhe des Amsterdam-Gate manövriert. Beim letzten Positionsreport war das schweizer Boot mit 13 Knoten unterwegs, “Neutrogena” nur mit 8,4 Knoten. Inzwischen liegen wieder 50 Meilen zwischen ihnen. In seinem Blog berichtet Wavre: “Wir haben eine bewegte Nacht hinter uns. Wir hatten beinahe kein Mondlicht und sind sehr schnell vorangekommen, es war heiss! Wir haben uns riesig gefreut heute Vormittag, als wir feststellten, dass wir den Vorsprung auf unsere Konkurrentin ‘Neutrogena’ ausbauen konnten.”

Zwar habe ich heute kein neues Video von Bord der “Neutrogena” bekommen, möchte aber die Gelegenheit nutzen, auf Material der nur einige Meilen weiter östlich segelnden “Mirabaud” zurück zu greifen. Im Blogpost gestern ging es ja um die halsbrecherische Fahrt, bei der es schwierig ist, die Tasten auf der Tastatur zu treffen. Einen Eindruck, mit welch einem Tempo die Schiffe gerade durch den Southern Ocean jagen, bekommt ihr in diesem Video der Schweizer:

Mittags um 11.30 Uhr war Ryan live per Videokonferenz im Internet zu sehen. Er erzählte vom Leben an Bord, von Boris’ Angewohnheit, nasse Klamotten am Achterstag zu trocknen und seinem 30-Tage-Bart. Den Mitschnitt könnt ihr euch hier anschauen:

Heute morgen hat Ryan außerdem einen kurzen Beitrag zur Lage an Bord bei Facebook gepostet. Hier die Übersetzung:

“Wir hatten eine gute Nacht. Der Wind kam etwas nördlicher als erwartet. Wir sind erst mit vollem Groß und Genua in die Nacht gesegelt, habe dann zwei Reffs in Groß gebunden und den Solent gesetzt, um dann heute morgen wieder auszureffen und die Genua zu setzen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 17 Knoten, seit gestern abend 19 Uhr.

An Bord läuft alles super. Boris und ich sind wieder voll in der Spur und erholt. Wir freuen uns auf die Woche nach dem Amsterdam-Gate und hoffen auf eine trockene Nordwest-Brise, um das Schiff durchzutrocknen.

Wir haben vergangene Woche eine Menge gelernt – und sind bereit für die nächste!

Ich hoffe, unsere Freunde auf “Mirabaud” werden langsam mal müde, durch unsere andauernden Verfolgungsjagd.

Ryan”

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Zwischenstand beim Barcelona World Race am Dienstag (9. Feb, 0.10 Uhr):

1. Virbac-Paprec 3: Jean-Pierre Dick / Loïck Peyron (beide Frankreich)
2. Mapfre: Iker Martínez / Xabi Fernández (beide Spanien) 636 Seemeilen zurück
3. Estrella Damm: Alex Pella / Pepe Ribes (beide Spanien) 654
4. Groupe Bel: Kito De Pavant / Sébastien Audigane (beide Frankreich) 795
5. Renault: Pachi Rivero / Antonio Piris (beide Spanien) 1.106
6. Mirabaud: Dominique Wavre / Michèle Paret (Schweiz/Frankreich) 1.557
7. Neutrogena: Boris Herrmann / Ryan Breymaier (Deutschland/USA) 1.607
8. GAES: Dee Caffari / Anna Corbella (Großbritannien/Frankreich) 2.298
9. Hugo Boss: Wouter Verbraak / Andrew Meiklejohn (Die Niederlande/Neuseeland) 2.342
10. Fòrum Marítim Català: Gerard Marín / Ludovic Aglaor (Spanien/Frankreich) 3.306
11. We are Water: Jaume Mumbrú (ESP) / Cali Sanmartí (beide Spanien) 3.472
12. Central Lechera Asturiana: Juan Merediz / Fran Palacio (beide Spanien) 3.639
Président: Jean Le Cam / Bruno García (Frankreich/Spanien) aufgegeben mit Mastbruch
Foncia: Michel Desjoyeaux / François Gabart (beide Frankreich) aufgegeben mit Mastbruch

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