Vendée Globe – Boris Herrmann ganz vorne dabei, aktuell auf dem zweiten Platz

Pressemitteilung vom 21. Januar 2021

 

Donnerstag, 21. Januar 2021. Die Skipper nähern sich mit hoher Geschwindigkeit dem Zielhafen Les Sables d’Olonne. Jetzt wird es noch einmal richtig spannend! Selbst nach 74 Tagen auf See ist noch ungewiss, wie das Rennen ausgehen wird. Die Flotte segelt aktuell in mäßigen nordöstlichen bis östlichen Passatwinden und nähert sich dem Hochdruckgebiet südlich der Azoren. Der Erstplatzierte Charlie Dalin (APIVIA) hat sich für eine etwas kürzere Route, hoch am Wind, entschieden und ist trotz des Schadens am Backbord-Foil weiterhin schnell unterwegs. Louis Burton (Bureau Vallée 2) hat sich gut 270 Seemeilen weiter westlich positioniert und versucht auf dieser längeren Route mit höherer Geschwindigkeit zu segeln.

Boris Herrmann belegt seit gestern Abend den zweiten Platz im Rennen. Seine Seaexplorer-Yacht Club de Monaco legte in den vergangenen 24 Stunden knapp 400 Seemeilen zurück und war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,7 Knoten das schnellste Boot der gesamten Flotte. Zum Positionsupdate von 12:00Uhr lag Boris nur 77 Seemeilen hinter Charlie Dalin. Thomas Ruyant (LinkedOut) folgt dem deutschen Skipper mit einem Abstand von circa 90 Seemeilen.

„Ich fühle mich gut“, sagte Boris Herrmann im Interview heute Morgen. „Es ist gut für die Moral, Zweiter in der Tabelle zu sein, auch wenn es im Moment nicht viel bedeutet. Die vor uns liegende Woche wird die unglaublichste Woche dieser Vendée Globe und überhaupt der Geschichte der Vendée Globe sein. Die sechs oder sieben Boote an der Spitze liegen aktuell alle sehr dicht beieinander, ebenso Jean Le Cam. Die Zeitboni werden sicherlich ins Spiel kommen. Das kann sowohl positiv als auch negativ sein. Einen garantierten Platz auf dem Podium habe ich noch nicht, das ist natürlich mein Traum und mein Ziel, aber es wird sehr eng werden. Es wird eine harte Woche, aber ich freue mich sehr darauf.“

An Bord seiner Seaexplorer-Yacht Club de Monaco läuft alles gut. Boris hat den großen Vorteil, das Potenzial des Bootes weiterhin voll ausfahren zu können. Zudem sollten die Bedingungen angenehmer werden, je weiter sich die Skipper dem Hoch nähern. Dann werden einige taktische Entscheidungen bezüglich des weiteren Routenverlaufs und der Wahl der besten Segelkonfiguration anstehen.

HSH Fürst Albert II von Monaco und Pierre Casiraghi, der Mann hinter diesem Projekt, haben sich am Dienstag in der Vendée Globe Live-Schaltung mit Boris unterhalten: „Es ist einfach fantastisch. Wir sind so stolz auf Sie hier im Yacht Club de Monaco. Ich zähle die Tage, bis Sie ankommen. Ich kann an dieser Stelle gar nicht sagen, wie glücklich ich bin. Wir stehen 150% hinter Ihnen und hoffen, dass die Bedingungen bis nach Les Sables d’Olonne günstig bleiben.“ Pierre Casiraghi fügte hinzu: “Boris macht ein hervorragendes Rennen. Die Bedingungen waren hart. Ich bin manchmal nachts wach, um das Rennen zu verfolgen. Ich bin so oft wie möglich mit ihm in Kontakt”.

Armel Le Cléac’h, Sieger der letzten Ausgabe der Vendée Globe, kommentierte die gute Platzierung von Boris ebenfalls: „Er segelte auf der ersten Hälfte der Strecke eher konservativ. Er hat die weise Entscheidung getroffen, das Boot, welches unheimlich schnell segeln kann, nicht zu hart zu belasten. Das hat er gut gemacht, hat sich eher diskret verhalten und hat sich gut positioniert. Jetzt wissen wir, dass er das volle Potenzial des Bootes nutzen kann und sich auch bei viel Wind wohlfühlt. Wir könnten diesmal einen Nicht-Franzosen auf dem Podium haben, warum also nicht vom Sieg träumen.“

 

YouTube video: Day 71 – Finally some wind again!!

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